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Erscheinungsformen der Demenz

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Demenzen werden in primäre (90%) und sekundäre Formen (10%) unterteilt. Primäre Demenzursachen sind solche, bei denen der Krankheitsprozess direkt im Gehirn beginnt. Sie sind nach heutigem Kenntnisstand irreversibel, sie können also nicht mehr rückgängig gemacht werden. Unter die primären Demenzursachen fallen Alzheimererkrankungen (60%), vaskuläre Erkrankungen wie Arteriosklerose (20%) und Mischformen (10%). Ungefähr 1/3 der Parkinsonpatienten entwickelt eine Demenz, die ebenso der primären Ursache zuzuordnen ist. Weitere primäre Demenzursachen sind die frontotemporale Demenz (Morbus Pick) und die Lewy-Körper-Erkrankung.

Mit den sekundären Demenzursachen sind solche gemeint, bei denen die Demenz Folge einer anderen Grunderkrankung ist. Die Demenz entsteht z.B. durch Stoffwechselstörungen, wie eine Schilddrüsenunterfunktion, durch Herzinsuffizienz, Vitaminmangel, chronische Vergiftungen / Infektionen (z.B. als Korsakow-Syndrom), Tumore oder Normaldruckhydrozephalus (Abflussstörung der Hirnrückenmarksflüssigkeit).

Nur circa 60% der Demenzen werden entdeckt, davon werden nur 20% zu einer Behandlung überwiesen. Bei 3-8% der Patienten ist eine erfolgreiche Behandlung möglich.

Alzheimer
Die Alzheimerkrankheit entsteht durch ein Zusammenwirken verschiedener Faktoren, die das Absterben von Hirnnervenzellen und ihren Verbindungen bewirken. Eine Rolle spielen dabei Eiweißablagerungen (Plaques) und die Verminderung von Botenstoffen, wie dem Acetylcholin, welches für die Konzentration und Merkfähigkeit zuständig ist. Kennzeichnend für die Alzheimerkrankheit ist eine schleichende, kontinuierliche Verschlechterung des Zustandes.

Ein höheres Risiko zu erkranken, bzw. die Krankheit nicht für eine längere Zeit kompensieren zu können, haben Menschen mit geringerer Bildung, wenig geistiger Tätigkeit und kaum sozialen Kontakten. Erbliche Faktoren sind seltener Ursache einer Demenz. Sie spielen aber bei einigen der Erkrankungen, die schon vor dem 60. Lebensjahr beginnen eine Rolle.
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Vaskuläre Demenz
Bei den gefäßbedingten (vaskulären) Demenzen kommt es aufgrund von Durchblutungsstörungen zur Erkrankung. Auslöser können z.B. mehrere kleine Schlaganfälle sein. Der Verlauf ist schwankender. Häufig kommt es zusätzlich zu neurologischen Störungen: ersichtlich im Gangbild, in der Koordination, bei den Empfindungen oder auch in epileptischen Anfällen. Risikofaktoren für gefäßbedingte Demenzen sind Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Fettstoffwechselstörungen.
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Frontotemporale Demenz
Bei einer frontotemporalen Demenz (FTD, Morbus Pick) findet eine Veränderung des Serotoninstoffwechsels in den vorderen Hirnabschnitten statt. Bei den Erkrankten sind eher die Flexibilität und Persönlichkeit als die Merkfähigkeit betroffen.

Der Krankheitsbeginn ist meist früher (schon ab 20 Jahren, im Mittel liegt er bei 58 Jahren). Hier liegt ein höheres Risiko der Vererbung vor. Bei der Diagnostik kann es aufgrund der Persönlichkeits- und Verhaltensveränderungen zu Verwechslungen mit psychischen Störungen (Depression, Burn-out-Syndrom, Schizophrenie oder Manie) kommen. Medikamentös sind die Patienten schwierig zu behandeln, da sie häufig sehr empfindlich gegenüber Nebenwirkungen von Neuroleptika reagieren.
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Lewy-Body- oder Lewy-Körperchen-Demenz
Bei der Lewy-Körperchen Demenz sind stärkere Schwankungen im Erscheinungsbild typisch.
Die Patienten neigen zu Halluzinationen. Parkinsonsymptome können auftreten. Auch hier gibt es eine reduzierte Toleranz bei Neuroleptikagabe.
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Demenz im jüngeren Lebensalter
Auch wenn die Zahl der Demenzerkrankungen mit dem Alter stetig ansteigt, gibt es durchaus Menschen, die bereits vor ihrem 65. Lebensjahr an einer Demenz erkranken.
Im Alter von 45 bis 65 Jahren ist etwa jeder 1.000ste betroffen, in Deutschland zwischen 20.000 und 24.000 Menschen. Weniger als 2% aller Demenzerkrankungen fallen auf das Alter unter 65 Jahren. Deshalb ist der Weg zur Diagnose einer Demenz im jüngeren Alter häufig langwierig, da einfach nicht damit gerechnet wird. Oft liegt dann eine Frontotemporale Demenz vor. Auch der Anteil der erblichen Varianten ist höher.
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